We are specialized!

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Mittwoch, 19. Oktober 2016

Meine Saison 2016 – ein Rückblick


 „Radfahren ist für mich pure Leidenschaft.
Ich habe mich für den Sport entschieden und
möchte ihn so gut wie möglich betreiben.
Und alles dafür geben!“
 
Anfang März 2016: Trainingslager Mallorca
 


 

Mittlerweile hat es schon Tradition: Das erste Trainingslager des Jahres führt auf die meteorlogisch begünstigte Baleareninsel Mallorca. Gemeinsam mit Evelyn und der Stammtrainingslagergruppe sammelte ich fleißig Grundlagenkilometer – leider die letzten Tage krankheitsbedingt stark eingeschränkt. Statistische Daten: 10 Tage,  477 Kilometer, 3447 Höhenmeter, 20 Stunden auf dem Rad.
 
 

 
Ende März 2016: Trainingslager Südfrankreich



Mehr spontan als geplant, eröffnete sich für mich die Möglichkeit eines zweiten Trainingslagers in der Provence. Hier konnte ich dann die Trainingseinheiten im Hinblick auf den nahenden Saisonbeginn intensivieren. Es war traumhaft – ich war 10 Tage lang einfach nur begeistert von der wunderschönen Landschaft, den Bergen und den ruhigen Straßen. Ein super Trainingsgebiet, kann ich nur empfehlen. Aber für alle Reisewilligen: Französisch-Kenntnisse sind von Vorteil!
 
 
 
 

 
 
 

 
17. April 2016: Saisonauftakt im Kellerwald, SKS-Marathon Gilserberg
 
 

 
 
Auch den Saisonauftakt betreffend, hat sich in den letzten Jahren eine Tradition festgesetzt: Der Kellerwald-Marathon in Gilserberg. Und diese Tradition wird – eine eigene kleine Wette – so lange fortgeführt, bis der Marathon einmal gewonnen wird. Dieses Jahr war ich nah dran, leider hat es nicht ganz gereicht. Also es ist leicht vorherzusehen, wo ich 2017 in meine Saison starte.

 

 
 
 
 
 
 
 
Anfang Mai 2016: Trainingslager Pfalz
 
Da ich die Pfalz als Trainingsgebiet bisher nur vom „Hören-Sagen“ kannte, war es höchste Zeit für ein neues Projekt: Ein Urlaubs-Trainingslager in Dahn. Und ich kann nur sagen: Disneyland für Mountainbiker! Flow und Trails pur.

 

 
 
  22. Mai 2016: Schinderhannes-Marathon, Emmelshausen

 
 
 
 
Geographisch wagte ich mich in dieser Saison jenseits des Rheins und entdeckte in Rheinland-Pfalz tolle und für mich neue Veranstaltungen. Beim Schinderhannes-Marathon reichte es für meinen ersten Sieg in der noch frischen Saison.

 

 
             
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
28. Mai 2016: Bike-Festival Willingen
 
 Die Distanz, die Konkurrenz, die Dimension: Im Vorfeld bereitete mir das Bike-Festival Willingen viele Sorgen und eine dementsprechend zögerliche Anmeldung. Doch im Nachhinein bin ich froh – denn ich erlebte ein Race to Remember!
 
   


18. Juni 2016: 3-Stunden-Rennen, Biebergemünd 

 
 






Ein für mich neues Rennformat in einem besonderen Team erlebte ich beim Schlamm- und Regenrennen in Biebergemünd. Letztlich machte sich der Kampf durch den Schlamm mit einem Sieg im Mixed-Team bezahlt. Geteilte Freude ist doppelte Freude!                  

16. Juli 2016: Keiler-Bike-Marathon, Wombach

Einen plüschigen Freund bescherte mir mein erster Gesamtsieg in dieser Saison. Ein Rennen, an das ich mich noch gerne zurück erinnere!
 

 
 
 
21. August 2016: SKS-Marathon, Zierenberg

 




In Zierenberg fehlten zum Gesamtsieg letztlich nur 52 Sekunden. Es war ein hartes Rennen und ein Kampf um jede Sekunde.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
4. September 2016: Spessart-Challenge, Bad Orb

 
 
 
 
Es war das zweite Regenrennen in dieser Saison – schwierige Streckenbedingungen und schlechte Sicht. Dennoch konnte ich mich über den Gesamtsieg freuen.

 
 
 
 
 
 
Anfang September 2016: Trainingslager Pfalz

 
Weil es in besagtem „Disneyland für Mountainbiker“ noch so viel mehr zu entdecken gibt, reiste ich noch einmal zu einem kurzen Zwischentrainingslager hin – bevor es in die finale Saisonphase geht.

 
 
 
 
11. September 2016: Sebamed-Bike-Day, Bad Salzig

 
 
 
An diesem Renntag hatte ich mit vielem gerechnet, aber sicher nicht mit einem Gesamtsieg. Mein Gefühl war eher neutral, den Überblick im Feld hatte ich früh verloren – ich wusste das ganze Rennen über nicht, dass ich das Damenfeld anführte. Selbst bei der Zieleinfahrt noch nicht, da es Zeitnahme-Verwirrungen gab.

 

 
 
 
 
 
25. September 2016: Dünsberg-Marathon, Biebertal

 
 
Dass das Abschlussrennen der Saison 2016 bevorstand, merkte ich bereits Tage vorher an meiner körperlichen Konstitution sowie meiner mentalen Verfassung. Ich sah das letzte Rennen mehr als Pflicht, ließ es dann aber völlig unerwartet zu einer Kür werden. Trotz Sturz konnte ich mir den Gesamtsieg sichern und war einfach nur glücklich.

 
 

DANKESCHÖN!!

 
Und nun last but least geht ein besonderer Dank an einen ganz besonderen Menschen. DU hast meine Saison erst so erfolgreich und schön gemacht. Ich hatte immer einwandfreies Material, du hast meine Motivationsspeicher stets wieder aufgefüllt und zudem meine Trainingseinheiten perfekt gestaltet. Ohne deine Unterstützung wäre ich nicht dahin gekommen, wo ich diese Saison stand. Danke!
 
 
 
Fazit
„Um dein wahres Potential zu entdecken, musst du zuerst deine Grenzen finden und dann musst du den Mut haben, sie zu überschreiten!“

Ich habe in dieser Saison viele neue Erfahrungen sammeln dürfen, viele Grenzen neu definiert und gemerkt, wie ich mein Training strukturieren muss, um meine Leistungen konstant zu erbringen. Ich habe dafür hart gearbeitet und viel investiert. Doch ich bin dankbar dafür, dass ich tun darf, was ich liebe und genieße dies sehr. Daran möchte ich 2017 anknüpfen. Ich freue mich auf die neue Saison!
Keep on riding,

Vanessa  






Dienstag, 27. September 2016

Saisonabschluss in Biebertal – Freud und Leid liegen nah beieinander

Nach nun mehr 15 Rennwochenenden, über 5000 Trainingskilometern und 300 Stunden auf dem Rad ist so langsam aber sicher die Luft raus. Die Motivation lässt sich nach einer so langen und anstrengenden Saison kaum noch finden und auch der Rennmodus kommt mir immer mehr abhanden. Ich fühlte mich dementsprechend, als wir am frühen Sonntagmorgen bei frischen Temperaturen nahe der Frostgrenze in Richtung Dünsberg aufbrachen. Körperlich fühlte ich mich – immer noch gezeichnet von der Baum-Begegnung im Training (ich stelle fest: Am Saisonende ist die Regenerationszeit ultralang) – eigentlich gar nicht mehr in der Lage, noch ein Rennen zu bestreiten. Für einen guten Ausgang des Rennens rechnete ich mir bedingt durch meine körperliche Konstitution und dem Blick auf die zahlreich erschienenen Konkurrentinnen im Prinzip keine Chancen aus.
 
Aber: Saisonabschluss am Dünsberg hat nun mal seine Tradition, ich mag dieses Event und mit meinem Lieblingsmenschen hatte ich noch ein Saisonziel zu verwirklichen! Deswegen war mit der Ankunft am Fuße des Dünsberges auch Schluss mit der unmotivierten Trägheit und die Suche nach dem Rennmodus begann.
 
Was nach dem Startschuss geschah, ist für mich immer noch unbegreiflich. Ich setzte mich direkt nach vorne ab und hatte einen richtig guten Start. Das Rennen lief gut an, die Beine fühlten sich entgegen aller Annahmen doch noch frisch an. Hinauf zur ersten Burg, den steilen Anstieg durch den ersten Ort – ich wusste nicht, woher ich diese letzten Kräfte noch mobilisierte. Doch dann, einen kurzer Moment der Unaufmerksamkeit: Der Fahrer vor mir stürzte in einer nebelfeuchten Wiesenkurve. Ich konnte nicht mehr bremsen und stürzte auch. Ich musste mein Rad schnell zur Seite ziehen, um die nachfolgenden Fahrer nicht zu behindern. Ein kurzer Check – es schien alles soweit okay zu sein, zumindest am Rad. Ich hingegen hatte einige Abschürfungen und Schmerzen am Rücken. Aber ich wollte keinesfalls aufgeben. Bis ich wieder fahrbereit war und meine Flasche eingesammelt hatte, sah ich allerdings 5 Fahrerinnen an mir vorbeiziehen. Die nächsten Minuten waren dann geprägt von einer Aufholjagd. Scheinbar hatte der Sturz so viel Adrenalin freigesetzt, dass ich mich wie im Flow fühlte. Am nächsten Berg fuhr ich an die Damengruppe heran. Kurze Überlegung: Dranhängen oder absetzen? Wieder entschied ich mich für Ersteres, wenn gleich ich damit schon schlechte Erfahrungen gemacht habe. Doch diesmal war es die richtige Wahl. Ich machte ordentlich Tempo, um außer Sichtweite zu kommen. Ich glaube, dass ich selten ein schnelles Rennen gefahren bin.
 
Es war ein harter Kampf gegen mich selbst. Aber nur wer schnell fährt, kann gewinnen! Deswegen kämpfte ich weiter bis ins Ziel, riskierte keinen Blick nach hinten und konnte mich letztlich mit rund einer Minute Vorsprung über den Gesamtsieg freuen. Ich hatte wirklich mit allem gerechnet, aber sicher nicht mit so einem Ergebnis.
 
Nach der Zieldurchfahrt stand dann fest, dass ich mein letztes Saisonziel erreicht habe: Ein gemeinsamer Gesamtsieg mit meinem Lieblingsmenschen.
 
So kann ich nun mit einem guten Gefühl in die Wintervorbereitung gehen und freue mich auf ein paar freie Off-Season-Tage. Und entgegen mancher Annahmen: Es geht sportlich für mich weiter, auch 2017! Wo, wie und mit welchem Material – das alles wird sich zeigen. ;-)
Bis dahin:
Keep on riding,
Vanessa
Zitate des Tages:
“Nur wer schnell fährt, kann gewinnen!”
„Ich hätte viel mehr Lust, direkt das Kuchenbüffet zu stürmen, statt erst Rad zu fahren.“
„Du bist mittlerweile so Pro, dass du einfach nur ablieferst, egal wie es dir geht.“

 
 

Dienstag, 20. September 2016

Bezirksmeisterschaft im Bergzeitfahren: „Egal wie- Hauptsache aerodynamisch.“

Wenn gleich Straßenrennen in meinem Rennkalender in dieser Saison eher selten Platz fanden, rief am letzten Wochenende mein Hausberg „Sackpfeife“ bei Biedenkopf zur Eroberung auf. Es bot sich also an, mal wieder auf das Rennrad zu steigen und die Herausforderung der Bezirksmeisterschaft im Bergzeitfahren anzutreten. Apropos Rennrad – das war in der Woche vor dem Rennen noch gar nicht vorhanden. Oder vielmehr nicht mehr. Denn mein geliebtes bisheriges Rennrad habe ich an meine liebste Trainingskollegin Evelyn übergeben, hatte bis dato aber noch nicht für Ersatz gesorgt. Oder besser gesagt: Der Ersatz befand sich noch irgendwo zwischen Specialized-Hauptlager und Specialized-Europalager zur Auslieferung.

Die Generalprobe (das letzte Training vor dem Wettkampf) absolvierte ich also notgedrungen auf dem Mountainbike und nahm mir die Befahrung der Sackpfeife vor. Berghoch auf der Straße lief es auch reibungslos und ich war mit meiner gefahrenen Zeit und Leistung schon recht zufrieden. Bergab wollte ich dann schön über einen langen und flowigen Trail nach Hause fliegen. Leider stellte sich dabei ein Baum (Gattung: extra fies und gemein) in den Weg. Das Resultat der Begegnung – Schürfwunden und Prellungen – ließ die Leistungsfähigkeit für den Wettkampf dann enorm schwinden.
Doch davon lassen wir Sportler uns bekanntlich nicht unterkriegen. Doch wenn ich schon körperlich nicht 100 prozentig leistungsfähig war, wollte ich wenigstens aerodynamisch an der Startlinie stehen. Extraenger Einteiler und Überschuhe für minimalen Luftwiderstand wurden dabei ebenso herangezogen, wie die Demontage des zweiten Flaschenhalters. Beziehungsweise wurde dieser erst gar nicht angebracht. Denn das neue Rennrad erreichte mich erst am Vorabend und wurde von meinem Lieblingsmenschen noch schnell aufgebaut. Es hatte seine Jungfernfahrt somit beim Wettkampf. Gut organisiert ist schließlich halb gewonnen. J
 


Uns Sportler erwartete zur Bezwingung der Sackpfeife ein 7 Kilometer langer Anstieg mit rund 400 Höhenmetern. Zu absolvieren als Einzelzeitfahren mit jeweils einer Minute Abstand. Mein Lieblingsmensch hatte mir vorab meine Zeit genau per Watt-Kilogramm-Schwellenleistungs-Rechnung ausgerechnet und vorausgesagt. 21:30 Minuten seine Vorhersage. Die Zeit stoppe oben bei 21:07 Minuten. Man könnte sagen: (fast) eine Punktlandung. J Die Werte belegen, ich habe alles gegeben. Viel mehr war nicht drin. Meine Zeit reichte für einen dritten Platz bei den Damen.


Nächstes Wochenende steht dann das Saisonfinale beim Dünsberg-Marathon in Biebertal im Rennkalender. Danach entscheide ich dann auch, wie es radsporttechnisch weitergeht.

In diesem Sinne:

Keep on riding!

Vanessa

Zitate des Tages:

„Dein Oberschenkel ist seitlich größer als dein ganzer Oberkörper.“

„Ich kriege gar keine Luft mehr, wenn ich den Einteiler schließe.“

„Dein Rücken ist zu klein für die Startnummer.“

„Wir leiden – aber wenigstens aerodynamisch.“

 



Dienstag, 13. September 2016

Sebamed-Bike-Day Bad Salzig: Wir setzen alles auf den Strava-Berg

Die Saison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. In der finalen Phase hat es seit Jahren die Tradition, noch einmal alle Rennen mitzunehmen, die irgendwo, irgendwann und irgendwie angeboten werden. Das heißt dann also: Jedes Wochenende drei bis vier handliche Reisetaschen packen, das Rad rennfertig bereitstellen und an der Startlinie stehend auf den Startschuss warten. Sportlerleben eben.

Am vergangenen Wochenende führte mich die Rennlust in das Städtchen Bad Salzig – wunderschön am Rhein gelegen. Mit Sponsoring des Haut- und Körperpflegeherstellers Sebamed mit Start und Ziel auf deren Firmengelände fand ein Bike-Day mit Marathon statt. Nach meinem kurzen Zwischentrainingslager letzte Woche mit vier harten Trainingstagen in der trail-reichen Pfalz war ich jedoch noch nicht so frisch und ausgeruht, wie man es zu einem Rennen hätte sein müssen. Beim Warmfahren entlang des Rheins waren meine Beine eher schwer und beim Blick auf das Starterfeld rechnete ich mir keine allzu guten Chancen für eine vordere Platzierung aus.

Das Höhenprofil der Strecke verriet, dass es zunächst einmal lange (genau genommen sehr lange) bergauf gehen wird. Und das tat es auch. Die ersten 17 km mit rund 500 Höhenmetern im Prinzip stetig mit nur einigen kurzen Erholungspausen dazwischen.  Im Startgetummel verlor ich den Überblick. Es hatten einige Damen vor mir gestanden. Doch hatte ich diese am Anfang überholt? Ich war mir nicht sicher, ging aber das ganze Rennen davon aus, dass ich nicht die Führende war. Die vielen Anstiege zehrten an den Kräften. Ich musste ganz schön kämpfen, um das Tempo konstant zu halten. Probleme hatte ich heute vor allem mit den vielen 180 Grad Schotter-Kurven, die mich jedes Mal fast bis auf den Stillstand ausbremsten.
 
 


Wie ich bereits aus der Vorkündigung des Rennens wusste, gab es kurz vor dem Ziel eine Strava-Bergwertung. Für die Tagesschnellsten dieses Segmentes, die das Rennen auf Strava hochladen, winkten Preise. Da bei mir eine leichte „Stravitis“ mittlerweile durchaus bestätigt werden kann, musste ich diesen Berg einfach möglichst schnell bezwingen. Auch wenn die Beine so kurz vor dem Ziel mit bereits 750 Höhenmetern gut beansprucht waren, versuchte ich, das Tempo noch einmal zu verschärfen. Nach diesem Berg, an den sich gleich der nächste Berg anschloss, gab das Schild „Nur noch 5 km“ einen Richtwert: Gleich ist es geschafft. J
 
 
Kurz vor der Einfahrt in den letzten Trail schnappte ich im Vorbeifahren vom Streckenposten auf „Die erste Dame nähert sich“. Ich war mir aber sicher, dass er sich irrt. Beim nächsten Streckenposten hörte ich in der Tat den gleichen Satz wieder. Aber das konnte niemals sein, da müssen doch andere Frauen vor mir gewesen sein?!

Den Zielbogen schon vor Augen hörte ich, wie hinter mir jemand zum Sprint ansetzte. Egal, wer es war, ich ging mit und gewann diesen – im Prinzip unnötigen, aber von mir stets gerne praktizierten – Zielsprint. Jedoch war es keine andere Dame, sondern ein Herr, der mich da herausforderte. Da ich bei der Zieleinfahrt weder genannt, noch angekündigt wurde, war ich mir nun sicher, dass ich mich dann irgendwo im Mittelfeld platziert haben musste. So begrüßte ich zunächst meinen Lieblingsmenschen und stattete der Zielverpflegung einen kurzen Besuch ab. Dann plötzlich erhob der Moderator seine Stimme und kündigte die Zieleinfahrt der schnellsten Frau an, die gerade ins Ziel kam. Da schrillten die Alarmglocken bei mir. Prompt stand ich bei der Zeitnahme und legte Widerspruch ein. Ich wurde bei der Zieleinfahrt übersehen und nicht registriert. Nachträglich erkannte der Moderator dann mir den Sieg zu und der anderen Dame wieder ab. Wenn dies bei mir so gewesen wäre – das stelle ich mir hart vor. Durch dieses Durcheinander konnte ich zunächst nicht wirklich fassen, dass ich die Gesamtsiegerin war und diesem Moment gar nicht genießen, weil ich so überrascht war. Damit hatte ich nicht gerechnet.


Bis zur Siegerehrung hatte ich mich dann aber wieder gesammelt und konnte mich über zwei komplette Sortimente des Sponsors Sebamed freuen – mit Duschgel, Cremes und so weiter bin ich nun erst einmal lange Zeit versorgt.
 
                
Fazit: Super Veranstaltung, tolles Starterpaket, leckeres Essen und schöne Sachpreise!

Nächstes Wochenende steige ich aufs Rennrad – zu den Bezirksmeisterschaften im Bergzeitfahren an meinem Hausberg.

Bis dahin: Keep on riding,

Vanessa


Zitate des Tages:

“Größere Kettenblätter? Brauche ich nicht, ich kompensiere das mit meiner Beinkraft.”

„Das kann nicht sein, ich kann doch nicht gewonnen haben?!“

„Wir sind oben, allesamt die Verpflegung rausholen.“

„Warum gibst so jetzt plötzlich noch mal Vollgas?“

                „STRAVASEGMENT!“

 

 

 

Freitag, 9. September 2016

Spessart-Challenge Bad Orb: "Man kann nicht nasser werden, als bis auf die Haut."

Wir waren die letzten Wochen vom hochsommerlichen Wetter sehr verwöhnt. So verwöhnt, dass wir gar nicht mehr mit Regen rechneten. Die Wetterapp wurde auch kaum noch um Rat gefragt, da es einfach konstant schön, sonnig und warm war. Etwas naiv möchte man da fast sagen. Als wir am frühen Morgen zur Spessart-Challenge nach Bad Orb aufbrachen, bestand zunächst auch noch kein Grund zur Sorge ums Wetter. Doch kaum auf dem Parkplatz ausgestiegen, erreichten uns die ersten Tropfen von oben. Was? Regen? Wie kann es dazu kommen? Ein Regenrennen hatte ich materialtechnisch und natürlich auch im Bezug auf die Kleiderwahl überhaupt nicht eingeplant. Ein paar kurze Ausraster beim Warmfahren in der Tiefgarage des angrenzenden Hotels später - wie zum Beispiel "Wir konnten jetzt so viel Schöneres machen...Was tut man sich nur alles an...Wir hätten einfach ausschlafen können" - ging es dann schon in den Startblock.

Da sich die Beine beim Warmfahren gut anfühlten, war ich dann doch recht positiv gestimmt und im Rennmodus angelangt. Der Regen ließ allerdings nicht nach, sodass ich schon vor dem Startschuss einigermaßen durchgeweicht war. Dann ging es los. Zunächst ein neutralisierter Start im Windschatten eines niedlichen, kleinen und langsamen Elektroautos durch die verwinkelten Straßen der Kurstadt. Ein wirklich sehr gechillter Start, doch dann bog das Führungsfahrzeug endlich in eine Seitenstraße ab. Freie Fahrt und los ging es. Das Wasser hatte sich mittlerweile schon in meinen Schuhen gesammelt (Hätte ich mal Überschuhe angezogen, aber wer rechnet schon mit Regen?!) und auch das Sitzpolster saugte sich schon voll. Doch wenn man erst mal fährt, ist es eigentlich egal. Denn man kann nicht nasser werden, als bis auf die Haut.

Die Strecke kannte ich grob aus dem Vorjahr, wo sie mir sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Es war ein schnelles Rennen mit vielen flowigen Trails, langen Anstiegen und einigen Drückerpassagen. Bedingt durch den Regen und das viele angesammelte Salz - was sich durch den vielen Trainingsschweiß der letzten Wochen im Polster meines Helmes gesammelt hat und nun herausgespült wurde - war die Sicht stellenweise schlecht bis komplett eingeschränkt. Da meine Radbrille sich partout nicht vom nebligen Beschlag verabschieden wollte, musste ich das erste mal in meinem Leben ein Rennen ohne Brille absolvieren. Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich die führende Dame war, da ich im Startgetummel nicht aufgepasst hatte, ob ich überholt wurde. So hielt ich das Tempo konstant hoch. Ich wollte ja ohnehin schnell ins Ziel kommen, um nicht unnötig lange pudelnass durch die Gegend zu fahren. ;-)

Als ich den letzten Streckenposten vor dem Ziel passierte, gab diser durch sein Funkgerät durch, dass die erste Frau der Kurzstrecke gleich ins Ziel kommt. Da war die Freude groß. Somit überquerte ich die Ziellinie als Gesamtsiegerin. Ich durfte danach sogar zum Interview auf die Bühne. Letztlich war ich heute - wahrscheinlich wegen des fiesen Regens, der mich schnell ins Ziel spülte - so schnell, dass ich insgesamt nur 10 Männer vor mir hatte und im Gesamtfeld 11. wurde. Das habe ich auch noch nie erlebt. Definitiv ein "Race to remember". :-)

Die Spessart-Challenge ist eine tolle Veranstaltung mit einzigartiger Organisation und schönen Strecken. Nächstes Jahr bin ich wieder am Start.

Bis zum Rennen am nächsten Wochenende in Bad Salzig, verbringe ich nun noch ein kurzes Zwischentrainingslager in der Pfalz.

In diesem Sinne:
Keep on riding

Vanessa


Zitate des Tages:

"Also nach so einem Regenrennen sehen meine Haare fast besser aus, als nach einem Friseurbesuch."

"Jetzt hat es 4 Wochen nicht geregnet und jetzt gerade in dieser einen Stunde."

"Kann das Elektroauto nicht schneller oder was?!



Montag, 22. August 2016

SKS-Marathon „Rund um den Zierenberg“: Der „Minutenkampf“

Das richtige Rennfeeling steht und fällt bei mir im Grunde mit der Vorbelastung – dem letzten Training am Vortag des Rennens. Entgegen aller Traditionen absolvierte ich die Vorbelastung vor dem Race in Zierenberg auf dem Mountainbike und nicht auf dem Rennrad. Denn da ich den Marathon in Zierenberg ohnehin aus dem Training heraus fahren wollte, war geplant, noch ein paar neue Trails zu entdecken. Doch diesen Plan verhinderte ein milchiges Unglück: Beim ersten Antritt zum zweiten Intervall spürte ich etwas Nasses auf der Haut. Regen? Nein  - Milch, die in hohem Bogen aus meinem Hinterreifen schoss. Das sonst so verlässliche Tubeless-System macht sich bei mir so langsam immer unbeliebter. Das Loch schloss sich leider nicht von selbst, so dass das Training vorzeitig beendet werden musste. Wie soll also nun mit so einer schlechten Vorbelastung das morgige Rennen gut verlaufen?
 
Raceday: Obwohl Zierenberg geographisch per Luftlinie nicht allzu weit von meinem Heimatort entfernt liegt, häuften sich bedingt durch die vielen kurvigen Landstraßen und Umleitungen sowohl die Fahrtzeit als auch die gefahrenen Kilometer. Da wir allerdings einen großzügigen Zeitpuffer eingeplant hatten, waren wir rechtzeitig am Ort des Geschehens.
Beim Warmfahren stellte sich trotz der nicht gelungenen Vortags-Vorbelastung ein gutes Rennfeeling ein. Die Beine waren gut und die in der letzten Woche noch einmal aerodynamisch optimierte Rennkleidung saß perfekt.
Das Starterfeld war groß, der Startbereich eng. Ich kam nach dem Startschuss irgendwie nicht so problemlos in meine Klickpedale und wäre fast von hinten abgeräumt worden. Nach diesem kleinen Patzer versuchte ich mich hinter dem führenden Feld zu halten und nach vorne abzusetzen. Am ersten Berg behauptete ich noch die Führung im Damenfeld, spürte die Konkurrenz aber dicht – oder eher sehr dicht – hinter mir. In der ersten Abfahrt wurde ich dann von einer Konkurrentin überholt, ich hielt mich aber dahinter. Es folgte eine lange, flache, geschotterte Drückerpassage. Eigentlich nicht so mein Ding. Kurze Überlegung: Im Windschatten bleiben oder versuchen mich nach vorne abzusetzen? Ich entschied mich für letzteres, was aber vielleicht nicht die beste Lösung war. Denn am nächsten Berg hatte ich nach dieser Attacke so viel Laktat in den Beinen, dass ich das Tempo nicht halten konnte. Die andere Dame fuhr wieder ran. Und überholte. Am steilen Anstieg trennte uns dann eine langsamere Gruppe. Durch die Enge des Trails schaffte ich keinen Überholvorgang mehr, was einiges an Zeit kostete.
Ich verschärfte daraufhin das Tempo noch einmal – obwohl ich eigentlich schon am Limit war – um wieder aufzuholen. In der Feedzone bekam ich die Rückmeldung, dass ich rund eine Minute Rückstand habe. Klingt erst einmal wenig, doch eine Minute kann ganz schön viel sein. Durch mein Tempo kam ich kaum zum Trinken und warf auch mein ausgearbeitetes Verpflegungskonzept über Bord. Bäume, Trails, Schotterpisten – alles rauschte nur so an mir vorbei. Doch leider war ich am Ende nicht schnell genug. Im Ziel verzeichnete die Uhr 1 Minute und 20 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. So konnte ich mich dann über einen zweiten Platz in meiner Altersklasse und den 2. Platz Gesamt freuen.
 
 
 
 
 
 
Noch viel mehr freute ich mich allerdings mit meinem Lieblingsmenschen, der sich den Gesamtsieg sicherte.
 
 
 
Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mit mehr Taktik fahren sollen. Keine frühe Attacke, sondern stattdessen lieber den Windschatten nutzen. Aber man lernt ja aus jedem Rennen und hinterher ist man immer schlauer! Zierenberg ist seit Jahren ein festes Event in meinem Rennkalender und ich freue mich in jedem Jahr wieder auf das Rennen. In diesem Jahr wurde die Strecke komplett geändert, was das Rennen in meinen Augen noch attraktiver macht- mehr Trails und eine gleichmäßigere Verteilung der Anstiege und Abfahrten. Fazit: Super Veranstaltung, tolle Organisation und leckerer Kuchen.
 
Das nächste Wochenende wird noch einmal rennfrei sein, bevor es dann in den rennintensiven September geht. Dass die Saison schon wieder in den letzten Zügen ist, will ich noch gar nicht so wirklich glauben.
 
In diesem Sinne:
Keep on riding,
Vanessa
 
 
Zitate des Tages:
„Da schießt einem direkt das Laktat in die Knochen.“
„Man bedenke die Routenwahl.“
„Bin heute nicht gefahren, weil ich wollte euch auch eine Chance lassen.“
„Mit Einteiler und Aero-Helm wäre es der Sieg gewesen.“
„Die Straßen hier sind so schlecht, da sind ja bei uns die Radwege besser.“

  
 

 

Montag, 15. August 2016

Sigma-Marathon in Neustadt: Wenn ein Deutscher Meister nach der Dusche fragt…

Wenn gleich ich mit dem Sommer 2016 bedingt durch den ersten Nachtfrost letzte Woche sowie dem Training in Winterkleidung eigentlich bereits abgeschlossen hatte, freute ich mich umso mehr über das Cape-Epic-Feeling beim Marathon in Neustadt an der Weinstraße. Diese Region ist meteorlogisch durch seine Nähe zum Rhein ohnehin begünstigt und immer um einige Grad wärmer. Beim Wettkampf am Sonntag waren die Bedingungen wirklich vergleichbar mit Südafrika: Sonne vom strahlendblauen Himmel, die Suche nach einem Fleckchen Schatten im Startblock, staubtrockene sandige Strecken, flimmernde Landschaften am Horizont und ein enormer Flüssigkeitsbedarf.
 
 
Flüssigkeitsbedarf – ein gutes Stichwort: Direkt nach dem Massenstart auf der ersten holprigen Kopfsteinpflasterpassage verlor ich meine Trinkflasche. Das ist mir noch nie passiert. Eigentlich bin ich in der Tat so perfektionistisch und teste im Training  jede neue Flasche auf ihre Tauglichkeit. Diesmal leider nicht, was mir somit gleich zum Verhängnis wurde. Dieses Desaster – denn bei 40 Grad und stechender Sonne – kann man bei diesem Verlust von einem Desaster sprechen, brachte mich leicht aus dem Takt. Zudem ging es gleich in den ersten steilen Anstieg. Bei Kilometer 17 war die erste Verpflegung angesetzt. Bis dahin bin ich bei der Hitze dehydriert! Wie eine Fata Morgana tauchte dann aber am Gipfel des ersten Anstiegs die Feedzone eines anderen Teams auf und ich fragte schnell, ob sie eine Flasche übrig haben. Zum Glück ja und die Flasche beinhaltete sogar Wasser und kein fremdes Pulver. Noch einmal gerettet. Tatsächlich führte ich auch zu diesem Zeitpunkt das Damenfeld noch an.
Insgesamt fiel mir das Rennen vom eigenen Empfinden her etwas schwer. Nach einer Rennpause habe ich zunächst immer Probleme wieder in den fokussierten Rennmodus zu finden. Die Hitze raubte mir zudem viele Kräfte. Die Strecke hielt viele technisch anspruchsvolle und fordernde Trails bereit. Diese verlangten volle Konzentration und Fahrtechnik – denn teilweise waren die Trails so angelegt, dass ein Verbremser oder falsches Lenken zum Absturz geführt hätten.
Bei Kilometer 10 stellte mich eine Konkurrentin und ich verlor meine Führung. Ich versuchte die Lücke wieder zuzufahren, jedoch hätte ich dafür bergab zu viel riskieren müssen. Als es dann in einen steilen und steinigen Anstieg ging, der zur Schiebepassage wurde, war ich dem Aufgeben näher als dem Weiterfahren. Mental war ich heute leider nicht sehr stark. Doch dann mobilisierte ich noch einmal alle Kräfte und meinen Kämpferwillen, um wenigstens den zweiten Platz zu halten.
Dies gelang mir dann auch, jedoch nur in meiner Altersklasse. Denn kurz vor dem Ziel überholte mich noch einen Seniorin. Die letzte Abfahrt durch die Weinberge war extrem holprig und ich spürte meine Handgelenke kaum noch. So entfiel ein Zielsprint und ich fuhr mit rund 30 Sekunden Rückstand über die Ziellinie als Zweite meiner Altersklasse und Dritte Gesamt.
 
Da ich durch die Gesamtbedingungen und die Startproblematik mit verlorener Verpflegung niemals mit so einem Ausgang gerechnet hatte, war ich mehr als zufrieden.
 
Die Zeit bis zur Siegerehrung verbrachten wir dann mit dem Auffüllen der Kohlenhydratspeicher, einer Erfrischung am Brunnen und dem Plausch mit dem Deutschen Meister Karl Platt, der die Langdistanz überlegen gewonnen hatte. Er fragte uns nach dem Weg zur Dusche und hatte so gleich als Local noch ein paar Tipps für Strecken in der Region. Warum Karl beim Cape Epic immer so erfolgreich ist, konnten wir angesichts des heutigen Rennens und den regionalen Bedingen sehr gut nachvollziehen.
 
 
 
 
 
Fazit: Der Marathon in Neustadt ist ein schönes Rennen mit toller Location und perfekter Organisation. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll und fordernd, die Trails sind einmalig. Einer der trail-lastigsten und härtesten Marathons in Deutschland. Ich werde sicher in den nächsten Jahren wieder an der Startlinie stehen.
 
In diesem Sinne:
Keep on riding,
Vanessa
Zitate des Tages:
„Ist dir eigentlich aufgefallen, dass die Strecke komplett in einem kleinen Waldstück verlief?
                „Ähm nee.“
 „Und wieder ein VIP-Parkplatz.“
„Das war so hart. Das war sooo hart. Lass´ mich sterben.“
„Die Trails waren nicht am, sondern über dem Limit. Einmal verbremst und du bist weg!“
„Unfahrbar – oder was?“
„Ich glaube, wenn ich das Schlussmotorrad im Nacken hätte, würde ich vor Scham lieber dezent irgendwo ins Gebüsch kippen.“